Die Bewegung macht frei im Kopf

Die Bewegung macht frei im Kopf Nov 23, 2020

Die Bewegung macht frei im Kopf

Jeder kennt die Argumente der Mediziner zur Genüge. Sport ist gesund. Er verringert das Risiko zahlreicher Erkrankungen. Er hilft beim Abnahmen, senkt den Blutdruck und sorgt für körperliches Wohlbefinden. Doch Sport und hier gerade das Laufen können noch so viel mehr. Es macht auch psychisch fit. Wer regelmäßig Sport betreibt, tut seiner Psyche gutes. Das kann jeder am eigenen Körper schnell feststellen. Diesen subjektiven Eindruck untermauern mittlerweile zahlreiche Studien.

Gerade in der nassen und kalten Jahreszeit kostet es viele Läufer Überwindung nach draußen zu gehen und ihre sportliche Routine zu absolvieren. Doch es macht sich bezahlt den inneren Schweinehund zu überwinden. Zahlreiche depressive Menschen berichten, dass ihnen das Laufen hilft ihre Schwierigkeiten zu überwinden. Neueste Studien beweisen, dass körperliche Bewegung für ein besseres psychisches Wohlbefinden sorgt. Menschen, die regelmäßig Sport betreiben, fühlen sich selten mental schlecht. Um dies zu erreichen, sollte man allerdings schon drei bis fünfmal die Woche rund 45 Minuten lang sportlich aktiv sein.

Zahlreiche Studien untermauern die These

Das hat eine Studie der Universitäten von Oxford und Yale herausgefunden. Als Basis dieser Untersuchung diente die Befragung von 1,2 Millionen Menschen in den USA und das über einen Zeitraum von Jahren hinweg. Sie wurden regelmäßig gefragt, wie sie sich mental fühlen. Dabei wurden diese Daten mit den Angaben zu Beruf, Alte rund körperlichen Gesundheit vergleichen und in Relation gestellt. Das Ergebnis war erstaunlich. Durchschnittlich fühlten sich die Teilnehmer der Studie an 3,4 Tagen pro Monat nicht gut. Die Sportler untern ihnen, die regelmäßig körperlich aktiv waren, kamen lediglich auf 2 Tage. Noch deutlicher traten die Unterschiede bei Menschen hervor, die schon in der Vergangenheit unter Depressionen zu leiden hatten. Die sportlich aktiven kamen auf sieben schlechte Tage, die nicht aktiven gar auf elf Tage.

Dieser Zusammenhang ist allerdings nicht neu. Schon in der Vergangenheit widmeten sich Forscher diesem Thema immer wieder. Eine Studie aus Wales ging ebenfalls diesen Fragen nach. Sie kam zur Ansicht, dass Sport dabei helfen könne, Depressionen vorzubeugen. Das erscheint wenig überraschend, schließlich ist Sport dafür bekannt, das Glückshormon Serotonin auszuschütten. Glück und Depressionen passen nicht wirklich zusammen, daher erscheint das Ergebnis der Studie geradezu logisch zu sein. Nach Ansicht der Forscher reiche bereits eine Stunde Sport pro Woche aus, um das Risiko an Depressionen zu erkranken zu senken. Dieses Ergebnis reiht sich ein in eine Reihe anderer Untersuchungen. Diese stellen immer wieder fest, dass Sport hilft mit Stress umzugehen, leichter einschlafen zu können und weniger traurig zu sein.

Zahlreiche Studien untermauern die These
Zahlreiche Studien untermauern die These

Doch was auf den ersten Blick als Wundermittel gegen Depressionen erscheint, ist nicht so einfach umzusetzen. Wer niedergeschlagen ist, findet oft nicht die Motivation, um sich aufzuraffen und Sport zu betreiben. So entsteht beinahe automatisch ein Teufelskreis. Manche Experten kritisieren zudem, dass in den Studien die Themen Ursache und Wirkung nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Es könne genauso gut sein, dass fröhlichere Menschen motivierter seien Sport zu betreiben. Dass Sport das psychische Wohlbefinden steigert, scheint erwiesen zu sein, ob er auch als Wundermittel gegen die Krankheit Depression eingesetzt werden kann, bleibt damit weiterhin offen. Scheinbar ist der wissenschaftliche Nachweis doch nicht so einfach.